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Das Problem

In Deutschland besitzen die reichsten 10% in der Vermögensverteilung 62,1 % aller Vermögen, während die ärmeren 50% insgesamt nur 3,4 % aller Vermögen besitzen. (Quellen: DIW 2020a und DIW 2020b). In Österreich besitzt ein Prozent der Bevölkerung 40% des Vermögens – das ist mehr als 90% der Bevölkerung hat (nämlich 34,4%). Und ab einem Nettovermögen von ca. 500.000 Euro gehört man im DACH-Raum generell zu den reichsten zehn Prozent. (Quellen: AK 2020MI 2021BFS 2017, BFH 2017).

Wenn wir uns das als einen Kuchen vorstellen, der unter 10 Menschen aufgeteilt werden soll, dann bedeutet das, dass eine Person sechs Stück Kuchen (oder mehr) bekommt, während fünf Personen sich die Krümel von einem Drittel eines Stücks teilen müssen – eine Größenordnung, die sowohl für Österreich als auch für Deutschland gilt. Global gesehen ist die Ungleichheit noch extremer, die reichsten 26 Menschen besitzen so viel wie die ärmeren 50% der Weltbevölkerung. (Quelle: Oxfam).

Wir haben ein strukturelles Verteilungsproblem. Wenige Menschen halten einen Großteil der materiellen Ressourcen, während andere nicht genug zum Leben haben. Dieser Umstand ist das Resultat eines kapitalistischen Wirtschaftssystems und einer Politik, die kontinuierlich die Interessen von Menschen mit Kapital/Vermögen bevorzugt. Das führt zu einem strukturellen Vorteil für einige Menschen.

Das bedeutet auch, dass Menschen mit Vermögen die Möglichkeit haben, gesellschaftlich mehr Einfluss zu nehmen. Etwa, weil sie durch finanzielle Förderung bestimmte Projekte unterstützen und/oder sich eine gute Ausbildung leisten können, um dann in Führungspositionen zu arbeiten. Oder weil sie nicht auf Lohnarbeit angewiesen sind und sich in ihrer freien Zeit, ihren Interessen entsprechend, politisch engagieren können. Menschen, die solche finanziellen Privilegien nicht haben, wird dieser Einfluss strukturell verwehrt, daher bleiben ihre Stimmen oft zu leise oder werden gar nicht gehört.

Was wir wollen:

Bei rtrb fordern wir die gerechte Verteilung von Landbesitz, Macht und Vermögen. Wir finden, dass alle Menschen die Möglichkeit haben sollen, an der Gestaltung der Gesellschaft teilzuhaben. Ausschlüsse, basierend auf Klassenzugehörigkeit oder finanzieller Situation, müssen abgeschafft und durch das Recht auf ein gutes Leben für alle ersetzt werden. Dazu gehört auch, dass Menschen, die Zugang zu Vermögen haben, mehr Steuern zahlen. Wir glauben, dass niemand frei ist, solange nicht alle Menschen frei sind, ein selbstbestimmtes, würdiges Leben zu führen.

Was wir tun, um das zu erreichen:

Wir organisieren Menschen, die Klassenprivilegien und Zugang zu Vermögen haben (wer das genau ist, kannst du hier nachlesen > Zielgruppen ), um Vermögen und Entscheidungsmacht aktiv abzugeben und für soziale Gerechtigkeit einzustehen. Das bedeutet konkret:

  • Politische Bildung: rtrb schafft ein Bildungsangebot für Menschen mit Klassenprivilegien und Zugang zu Vermögen. Dabei geht es darum, ein besseres Verständnis für die Ursachen von Vermögensungleichheit zu bekommen, die eigenen Klassenprivilegien und damit verbundene Verhaltensmuster zu reflektieren und handlungsfähiger zu werden, um die Kämpfe der Arbeiter*innen- und Armutsklasse gegen diese Ungleichheit solidarisch zu unterstützen. (Mehr dazu unter Praxisgruppen)
  • Verbindlichkeit in Gemeinschaft: Unsere Mitglieder engagieren sich verbindlich dafür, (ihr) Vermögen und ihre Privilegien aktiv zur Unterstützung von Graswurzelbewegungen einzusetzen. Dabei orientieren wir uns an folgenden Prinzipien des Rückverteilens für soziale Gerechtigkeit.